Die Weltmeisterschaft ist das größte Turnier, welches der Fußball kennt. Seit 1930 hat das Turnierformat viele Helden, große Momente und bunte Geschichten hervorgebracht.
Allerdings gab es rund um die WM-Endrunden auch zahlreiche Skandale, die teilweise bis heute in Erinnerung geblieben sind. Wir blicken zusammen auf diese Geschichten und bringen Dir größte Fußball WM Skandale nahe.

Hinter Brasilien hat Deutschland die zweitmeisten Teilnahmen gesammelt. In den fast 100 Jahren WM-Geschichte, die es rund um das DFB-Team gibt, hat sich vieles ereignet.
Die deutsche Nationalmannschaft konnte 3-mal den WM-Titel gewinnen, 8-mal stand sie im WM Finale. Und außerdem gab es so manche WM Skandale, die sich rund um die deutsche Mannschaft angesammelt haben.
Wir blicken auf die größten Kontroversen zurück:
| WM Skandal um Deutschland 🔥 | Weltmeisterschaft 🏆 | Beschreibung ℹ️ |
|---|---|---|
| Wembley-Tor | 1966 in England | England schoss gegen Deutschland im WM-Finale ein Tor, das keines war. |
| Schande von Gijon | 1982 in Spanien | Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und Österreich. |
| Beinahe-Boykott | 1974 in Deutschland | DFB-Team drohte mit dem Boykott der WM |
Wenn man von einem Wembley-Tor spricht, dann wissen die meisten Fußballfans in Deutschland, was gemeint ist: Es geht um ein Tor, das eigentlich gar keines ist. Um einen Treffer, bei dem der Ball die Linie eigentlich nicht mit vollem Umfang passiert hat. Und das müsste er, damit es ein reguläres Tor gibt.
Seinen Ursprung hat der Ausdruck in einem deutschen Fußball-Trauma. Bei der Weltmeisterschaft 1966 traf die deutsche Nationalmannschaft im Finale auf den Gastgeber: England. Das Spiel fand im legendären Wembley Stadium statt.
In der Verlängerung traf Geoff Hurst die Latte und der Ball sprang kurz vor der Linie auf den Rasen. Das Schiedsrichtergespann sah das allerdings anders und gab ein Tor, das 3:2 für England. Die Partie endete mit 4:2.
44 Jahre nach dem Wembley-Tor, bei der WM 2010 in Südafrika, kam es zu einer Art Revanche. Der englische Nationalspieler Frank Lampard schoss den Ball an die Latte und von dort sprang er hinter die Linie des deutschen Tores. Allerdings wurde der Treffer nicht gegeben. Deutschland gewann das Spiel mit 4:1.
💡 Fakt ist: Zu einem Wembley-Tor kann es theoretisch nicht mehr kommen, da mittlerweile eine Torlinientechnik eingeführt wurde. Ein System erkennt, ob der Ball die Torlinie vollständig überquert hat, und sendet ein Signal an die Uhr des Schiedsrichters, wenn dem so ist. Die Technik funktioniert gut, weswegen es lange kein Wembley-Tor mehr gegeben hat.
Eine Partie bei der Weltmeisterschaft 1982 zwischen Deutschland und Österreich ist ebenfalls als einer der größten Skandale der WM-Geschichte bekannt. Die Partie, die im spanischen Gijón stattfand, ist als „Schande von Gijón“ oder auch „Nichtangriffspakt von Gijón“ in die Historie eingegangen.
Der Hintergrund. Deutschland schoss in dem abschließenden Gruppenspiel früh das 1:0. Der Spielstand hatte für beide Teams das Weiterkommen bedeutet. Daraufhin stellten die Mannschaften ihre Offensivbemühungen größtenteils ein.
☝️ Die Partie endete mit 1:0 und Deutschland und Österreich zogen in die Zwischenrunde ein. Leidtragend war Algerien. Die Algerier hatten zuvor überraschend gegen das DFB-Team gewonnen.
Vor der Heim-WM 1974 spielten sich im deutschen Lager außergewöhnliche Szenen ab. Bei den Prämienverhandlungen lagen die Spieler und Verantwortlichen weit auseinander. Der DFB wollte eine Siegprämie von 30.000 DM zahlen, die Nationalspieler waren empört.
Deswegen drohten Starspieler wie Franz Beckenbauer, Günter Netzer und Paul Breitner dem Trainerteam um Bundestrainer Helmut Schön mit einem Boykott der Weltmeisterschaft.
👍 Die Abreise der Akteure konnte in letzter Minute verhindert werden. Die beiden Parteien einigten sich schließlich auf eine Siegprämie von 70.000 DM. Tatsächlich gewann Deutschland in der Folge die Weltmeisterschaft – und Beckenbauer und Co. konnten sich über viel Geld freuen.
Nicht nur einen Skandal, sondern einen „Vollskandal“ nannte Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem bitteren Ausscheiden des DFB-Teams im WM 2026 Sechzehntelfinale eine Entscheidung des Schiedsrichters.
Der marokkanische Unparteiische Jalal Jayed hatte ein Tor von Jonathan Tah in der Nachspielzeit zum 2:1 gegen Paraguay nach Studium der Videobilder zurückgenommen.
In der Folge ging die Partie mit 1:1 ins Elfmeterschießen, in dem Deutschland dramatisch ausschied. Pierluigi Collina, Boss der FIFA-Schiedsrichter, sagte, dass es sich nicht um eine Fehlentscheidung gehandelt habe.
👎 Wir können den Ärger von Nagelsmann zwar verstehen, ein WM Skandal war die Szene für uns aber nicht. Auf jeden Fall dann nicht, wenn wir auf die anderen Skandale blicken. Diese stellen dann doch deutlich größere Aufreger dar.

Die WM Skandale des DFB-Teams können sich sehen lassen, so viel steht fest. Allerdings gab es wohl noch größere Skandale bei Weltmeisterschaften, die sich um andere Nationen und Spieler aus anderen Nationen drehten.
Wir erzählen Dir die Geschichten, die sich hinter den Top 5 WM Skandalen verbergen.
| WM Skandal 🔥 | Weltmeisterschaft 🏆 | Beschreibung ℹ️ |
|---|---|---|
| Die Hand Gottes | 1986 in Mexiko | Maradona erzielte ein Tor mit der Hand. |
| Der Doping-Skandal | 1994 in den USA | Maradona wird des Dopings überführt. |
| Die Schlacht von Santiago | 1962 in Chile | Ein Fußballspiel artet komplett aus. |
| Zidanes Kopfstoß | 2006 in Deutschland | Zidane streckte einen Gegenspieler im WM-Finale per Kopfstoß zu Boden. |
| Suarez‘ Biss | 2014 in Brasilien | Suarez beißt einen Gegenspieler in die Schulter. |
Bei der Weltmeisterschaft 1986 trafen im Viertelfinale England und Argentinien aufeinander. Schauplatz: Das legendäre Aztekenstadion in Mexiko-Stadt, in dem auch während der WM 2026 gespielt wurde. Bei der Partie waren knapp 115.000 Zuschauer im Stadion – heute kaum mehr vorstellbar!
In der 51. Spielminute hatte Diego Maradona einen seiner vielen großen Auftritte. Der Argentinier erzielte das 1:0. So weit, so normal, immerhin erzielte Maradona in seiner Karriere viele Tore – auch in großen Spielen.
Doch bei jenem Treffer war etwas faul: Anhand der Fernsehbilder war klar zu erkennen, dass Maradona den Ball mit der Hand ins Tor beförderte.
🖐️ Nach dem Spiel wollte der argentinische Superstar davon nichts wissen. Später gab er das Handspiel allerdings zu. Er sprach von „der Hand Gottes“, die den Ball erfasst habe.
Nach dem eigentlich irregulären Tor legte Maradona dann auch noch einen sensationellen Treffer nach. Er vollendete einen Alleingang, bei dem er rund 60 Meter überbrückte, zum 2:0. Das Tor wurde später zum Tor des Jahrhunderts gewählt.
Argentinien gewann die Partie mit 2:1, nachdem Gary Lineker noch für den Anschluss gesorgt hatte. Maradona führte die Argentinier in der Folge zum WM-Titel. Ein Triumph, der ohne den vielleicht größten WM Skandal aller Zeiten nicht möglich gewesen wäre.
Der nächste Fußball Skandal und schon wieder spielt Maradona die Hauptrolle. 8 Jahre nach dem Triumph in Mexiko wurde die Weltmeisterschaft 1994 in den USA für den Argentinier zum Albtraum.
Der damals 33-Jährige spielte zunächst groß auf, wurde nach dem 2. Spiel allerdings des Dopings überführt. Eine Routinekontrolle führte zu einem positiven Test. Entdeckt wurde ein Ephedrin-Cocktail.
💡 Der bislang letzte Dopingvorfall, den es bei einer Weltmeisterschaft gab, läutete das Ende einer der größten Fußballerkarrieren aller Zeiten ein. Maradona kam sportlich nicht mehr auf die Beine und hatte Zeit seines Lebens mit Drogenproblemen zu kämpfen.
Es gab in der Geschichte zahlreiche Spiele, die enorm hart – und auch zu hart – geführt wurden. Selten kam es vor, dass es kaum mehr um Fußball ging. So geschehen bei der WM 1962 in Chile.
Der Hintergrund: In der Vorrunde spielte Italien gegen Gastgeber Chile. Vor der Partie waren mehrere italienische Medien mit abfälligen Artikeln und Kommentaren gegenüber den Chilenen aufgefallen. Unter anderem hieß es, dass das Land eine „Müllkippe“ sei, die voller „leichter Mädchen“ sei.
Die bodenlosen Kommentare sorgten dafür, dass die Atmosphäre im Spiel von Beginn an aufgeheizt war. Nach und nach artete die Partie immer mehr aus und das Fußballspielen wurde zur Nebensache. 2 Spieler der Italiener wurden vom Platz gestellt.
🥊 Mehrere Tätlichkeiten und brutale Fouls führten aber nicht nur zu einem farbenfrohen Geschehen, sondern auch zu teils schweren Verletzungen bei Akteuren beider Seiten. Der WM Eklat ging als „Schlacht von Santiago“ in die Annalen ein.
Das Finale der Weltmeisterschaft 2006 sollte der krönende Abschluss der großen Karriere von Zinedine Zidane werden. Der Weltstar wollte Frankreich zum Titel in Berlin führen. Zunächst sah das auch gut aus. In der 7. Spielminute erzielte Zidane vom Elfmeterpunkt das 1:0 gegen Italien.
Die Italiener glichen in der Folge aus und die Partie im Berliner Olympiastadion ging in die Verlängerung. Und da passierte es: Zidane streckte Gegenspieler Matteo Materazzi mit einem Kopfstoß zu Boden und sah die Rote Karte. Materazzi soll zuvor die Familie des Franzosen beleidigt haben, unter anderem Zidanes Schwester.
💥 Das Finale ging ins Elfmeterschießen, welches Italien für sich entschied. Zidane war die tragische Figur – und konnte seine Weltkarriere nicht mit einem WM-Titel beenden. Allerdings hatte er die Weltmeisterschaft bereits 1998 gewonnen.
Dass sich Luis Suárez während seiner Karriere in jedes Spiel hineinbiss, ist kein Geheimnis. Der Stürmerstar, der unter anderem für den FC Barcelona auf Torejagd ging, war für Emotionen, Leidenschaft und einen eiskalten Abschluss auf dem Rasen bekannt. Bei der WM 2014 fiel der Star aus Uruguay allerdings negativ auf.
In der Partie gegen Italien biss Suárez der italienischen Abwehrkante Giorgio Chiellini in die Schulter. Eine irre Aktion, die der Schiedsrichter nicht sehen konnte. Kurz danach erzielt Uruguay den 1:0-Siegtreffer. Italien schied daraufhin in der Gruppenphase aus, Uruguay kam weiter.
👀 Suárez durfte in der K.o.-Phase allerdings nicht mehr mitwirken. Er wurde im Nachhinein gesperrt, nachdem ihn die Videobilder überführten. Ein verspäteter Videobeweis also. Damals eine fast einzigartige Aktion.
Es gibt viele WM Kontroversen, die nicht mit einzelnen Aktionen in Partien oder Spielen zu tun haben, sondern mit einer Weltmeisterschaft an sich. Diese haben oftmals mit politischen Situationen zu tun.
Dass eine WM auch immer politisch ist, dürfte in den letzten Jahrzehnten klar geworden sein. Wir blicken auf einige politische WM Skandale zurück.
Die Weltmeisterschaft 1978 war von Beginn an umstritten. Sie fand in Argentinien statt, das zu dieser Zeit von einer Militärdiktatur regiert wurde. Während der Diktatur verschwanden Zehntausende Menschen, heute geht man von mindestens 30.000 Todesopfern aus. Alles andere als ein passender Rahmen für ein Fußballfest.
Einige Länder überlegten, die WM zu boykottieren, verworfen die Gedanken allerdings. Die Weltmeisterschaft lief größtenteils ohne Zwischenfälle ab, allerdings gab es WM Kontroversen rund um eine Partie der Argentinier gegen Peru.
Das Spiel wurde kurzfristig verschoben, weswegen die Gastgeber einen taktischen Vorteil hatten. Sie gewannen in der Folge mit 6:0 gegen Peruaner, die kaum Gegenwehr zu leisten schienen.
👉 Argentinien wurde zur Freude der Militärdiktatur zum ersten Mal Weltmeister. Ein bitterer Beigeschmack blieb in der Folge.
Bei der WM 1982 sorgte ein Scheich für einen Fußball WM Eklat. Der Mann namens Fahid al-Ahmad al-Sabah, damals Sportfunktionär aus Kuwait, stürmte im Spiel zwischen Frankreich und Kuwait aufs Feld. Der Grund: Er wollte, dass der Schiedsrichter Frankreichs Treffer zum 4:1 zurücknimmt.
Der Scheich argumentierte, dass die Spieler Kuwaits von einem Pfiff aus dem Publikum irritiert worden seien. Und tatsächlich: Der ukrainische Referee Miroslav Stupar nahm das Tor zurück.
👉 Am Tag nach dem Spiel wurde der Schiedsrichter suspendiert. Frankreich gewann übrigens trotzdem mit 4:1 und Kuwait musste nach der Vorrunde nach Hause fliegen.
Unter dem Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ richtete Deutschland die Weltmeisterschaft 2006 aus. Eine WM, die hierzulande als „Sommermärchen“ in Erinnerung blieb. Einige Jahre nach dem Turnier kamen allerdings Gerüchte auf, wonach sich der DFB die Weltmeisterschaft erkauft habe.
Ab 2015 wurden immer mehr Berichte öffentlich, die sich rund um den Kauf von Stimmen der FIFA-Mitglieder drehten. Bis heute gibt es keine ganz klaren Beweise, doch viele Hinweise, die sich verdichten.
👉 Franz Beckenbauer spielte nach den Berichten wohl eine Hauptrolle. Doch auch für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Die Weltmeisterschaft in Katar wurde von Beginn an kontrovers diskutiert. Kritiker führten vor allem die politische Situation in dem Wüstenstaat an, allerdings ging es auch um das Klima. Immerhin ist es im katarischen Sommer eigentlich zu heiß, um Fußball zu spielen.
Die FIFA reagierte auf die Klima-Kritik und verschob die WM 2022 in den Winter. Es war die erste Weltmeisterschaft, bei der das Finale kurz vor Weihnachten stattfand. Auf die politischen Vorwürfe ging der Fußball-Weltverband aber kaum ein.
👉 Katar wurden unter anderem Menschenrechtsverletzungen und Sportwashing vorgeworfen. Auch bei dem Bau der Stadien ist es zu Todesfällen gekommen. Während des Turniers blieb es dann recht ruhig.
Skandale gehören zum Fußball dazu, wie auch die positiven Geschichten. Das ist die Realität. Wichtig dabei: Die positiven Nachrichten und Aktionen sollten klar überwiegen – und das tun sie aus unserer Sicht bei Weltmeisterschaften auf jeden Fall.
Und außerdem sollte man aus WM Skandalen immer etwas lernen. Das war zwar nicht immer, aber oft der Fall.
Den Überblick über die WM Affären liefert das FAQ.
Aus unserer Sicht ist es die „Hand Gottes“. Hintergrund ist das irreguläre Tor von Diego Maradona, das er mit der Hand erzielte. Argentinien kam in der Folge gegen England weiter und gewann die WM 1986 in Mexiko.
Hier ist unter anderem der positive Drogentest von Diego Maradona bei der WM 1994 zu nennen. Außerdem der Kopfstoß von Zinedine Zidane und der Biss von Luis Suárez.
Neben dem Wembley-Tor ist hier die „Schande von Gijón“ zu nennen, in deren Rahmen Deutschland und Österreich einen Nichtangriffspakt geschlossen zu haben schienen. Außerdem
Die WM 1978 fand in Argentinien statt. In dem Land herrschte damals eine Militärdiktatur, die wohl für Zehntausende Todesopfer verantwortlich ist. Auch die Weltmeisterschaften 2006 und 2022 waren in der Kritik.